PIM-System

Komplexe Produkte in einem PIM-System abbilden 

Die Auswahl eines PIM-Systems bringt häufig viele Fragen mit sich. Neben dem klassischen Handels- und Vertriebsgeschäft, bei dem schon sehr viele Stammdaten und Produktdaten gepflegt und verwaltet werden müssen, fordert der gesamte eCommerce weitere und zum Teil ganz andere Produktdaten ein. Spätestens durch die Änderung des eigenen Geschäftsmodells oder der Schaffung von neuen Absatzkanälen müssen Unternehmen den Weg mit einem PIM-System gehen, um skalierbar agieren und auf Marktveränderungen schnell reagieren zu können. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Flexibilität des PIM-Systems bei der Datenmodellierung und Anpassung.  

Bei der Einführung eines neuen Produktinformationsmanagement Systems (auch bekannt als Product Information System; kurz: PIM) stellen sich neben der Frage nach den Features der Lösung insbesondere folgende Fragen:  

„Kann ich meine komplexen Produkte auch in dem PIM-System abbilden?“ 

„Wie flexibel ist das Datenmodell?“ 

„Sind Anpassungen am Datenmodell möglich?“ 

„Unsere Produkte haben viele Varianten. Können Varianten abgebildet und Vererbungen vorgenommen werden?“ 

Diese Fragestellungen sind absolut nachvollziehbar und begründet. Schließlich möchte sich ein Unternehmen zukunftsfähig aufstellen, nachhaltig investieren, nichts verbauen und flexibel auf Marktveränderungen reagieren können. Die Herausforderungen bei der Modellierung einer Datenstruktur ergeben sich aus unterschiedlichen Perspektiven. 

Ein PIM-System für jede Produktart, jede Branche und jedes Datenmodell 

Dem Anspruch, für alle Daten, für jede Branche und für jede Datenstruktur eine Lösung zu haben, gerecht zu werden, stellt sich Pimcore als PIM-, DAM-, und MDM-Anbieter. Die Open Source Lösung stellt keine Vorgaben an den Aufbau eines Datenmodells und liefert somit auch standardmäßig keine Struktur, an die sich ein Unternehmen halten muss. Der Nutzer selbst entscheidet, wie das Datenmodell aufgebaut sein soll. Es lässt sich somit an jegliche Anforderungen anpassen. Daher: „Any Data, any structure, any industry“ 

Produkthierarchien und Vererbungen von Produktdaten 

Produzierende Unternehmen aus der Industrie und entsprechende Handelsunternehmen stehen bei einer hohen Variantenvielfalt vor der Herausforderung, dass eine mehrstufige Produkthierarchie in dem Datenmodell abgebildet werden muss. Hinzu kommt eine weitere Komplexität durch Varianten eines Produkts. In Pimcore lassen sich dazu einerseits mehrere Hierarchiebäume einrichten und andererseits unterschiedliche Produktgruppenebenen berücksichtigen. So kann man sehr tiefgehende Beziehungen und Strukturen modellieren. Für eine erfolgreiche Abbildung wird zwischen Produkten und Artikeln unterschieden. Produkte sind den Artikeln übergeordnet und können den Artikeln gemeinsame Attribute und Merkmale vererben. So wird bei den Artikeln, die dadurch eine eindeutige SKU erhalten können, eine doppelte und dann meistens auch fehlerhafte Datenpflege vermieden. Redundanzen sind somit ausgeschlossen. Die Komplexität in den Produkthierarchien wird in Pimcore über die Eltern-Kind-Beziehung (Parent-Child-Taxonomy) sowie die Hierarchiebäume verringert. 

Ein Produkt – unterschiedliche Sprachen 

Mit einer voranschreitenden Internationalisierung von Unternehmen kommen neben Markteintrittsbarrieren und wirtschaftlichen Faktoren auch Herausforderungen in der Ausgestaltung von Produktdaten in unterschiedlichen Sprachen auf. Die bisher in ein oder zwei Sprachen geführten Produktdaten müssen fortan in weitere Sprachen übersetzt und gleichzeitig in dem entsprechenden PIM-System verwaltet werden. Dazu ist es einerseits notwendig, dass auch hier das Datenmodell schnell, einfach und flexibel an die Mehrsprachigkeit angepasst und erweitert werden kann. Die Anpassungen erfolgen in Pimcore über die webbasierte Konfiguration, die ohne Programmierkenntnisse erfolgen kann.

Andererseits stellt sich die Frage, wie und von wem die Übersetzungen vorgenommen werden sollen. Hier bietet Pimcore die Möglichkeit, mit Exporten für Übersetzungsbüros zu arbeiten oder entsprechende Translation Tools zu integrieren. Für den Fall, dass Muttersprachler in Pimcore die Übersetzungen bearbeiten sollen, kann es auch notwendig sein, dass die gesamte Oberfläche von Pimcore für die einfache Bearbeitung durch einen Nutzer übersetzt werden muss. Auch hier liefert Pimcore die Unterstützung. 

Klassifikationen und Standards in mehreren Versionen 

Ähnlich zu der Mehrsprachigkeit von Produktdaten und Artikeltexten liefern Klassifikationen und Standards in einigen Branchen besondere Anforderungen an die Daten. Nach der ersten Klassifizierung der eigenen Produkte und Artikel in die jeweiligen Klassifikationsklassen erfolgt die Beschreibung und Angabe der geforderten Merkmale (engl. Features) und Werte (engl. Values). In der Regel sind diese nicht unbedingt 1:1 von den bereits gepflegten Daten zu übernehmen. Die Klassen, Merkmale und Werte geben häufig in der jeweiligen Klassifikation eigene Vorgaben mit, um eine Standardisierung branchenübergreifend zu erreichen. Der Standard ECLASS umfasst zum Beispiel rund 39 Sachgebiete, die über die gleichnamige ECLASS-Klassifikation in diversen Branchen eine eindeutige Beschreibung der Produkte vorantreibt.

Auch die Klassifikation ETIM beschäftigt sich mit mehreren Branchen: Elektro, SHK, WEBA. Die Klassifizierung erfolgt hier nach der jeweiligen ETIM-Klasse (Beispiel: EC000046 für Kabelbinder). Jede ETIM-Klasse gibt dann bestimmte Merkmale bzw. Attribute (Beispiel: EF002169 für Werkstoff) vor, die wiederum auch meistens mit vorgegebenen Werten bzw. Values (Beispiel: EV000139 für Kunststoff) beschrieben werden dürfen. Mit jeder neuen Version können jedoch Änderungen in der Klassifizierung vorkommen, sodass die zuletzt genutzte Klasse in eine neue Klasse übergegangen ist oder ein Merkmal neue Werte erhalten hat. Damit einher gehen die Herausforderungen, dass sowohl mehrere Versionen vorgehalten werden müssen, als auch, dass die Pflege der Daten für die einzelnen Klassen in unterschiedlichen Versionen erfolgen muss.

In beiden Fällen bietet Pimcore eine sehr hilfreiche Unterstützung zur Pflege und Verwaltung der Klassifikationsdaten. Der Classification Store bietet die Möglichkeit, dass bei Auswahl der entsprechenden Klasse an einem Artikel direkt ein Template mit den von der Klasse geforderten Attributen vorgegeben wird. Danach können die relevanten Attribute mit den möglichen Werten der ETIM-Klassifikation gefüllt werden. Zudem können bei einer weiteren Version über eine einfache Konfiguration neue Versionen ergänzt werden. 

Beziehungen zwischen Artikeln, Assets und anderen Objekten 

Bei der Produkt- und Artikeldatenpflege sind häufig auch weitere Beziehungen zu weiteren Objekten notwendig. Das können Bilder, Montageanleitungen, Gefahrstofflogos, Videos, Artikel-Lieferanten-Beziehungen, Cross- und Upselling Produkte, Zubehör usw. sein. 

Für die Beziehungen von Artikeln und Mediendaten bietet Pimcore neben den klassischen PIM-Funktionalitäten ebenfalls ein DAM-System (Digital Asset Management) an. Daher lassen sich in dem Datenmodell grundsätzlich erstmal Differenzierungen zwischen den Produkten/Artikeln und den Mediendaten vornehmen. Jeder Bereich kann somit ein eigenes Datenmodell nutzen. Die Verknüpfung der Digital Assets mit den Datenobjekten (Produkte/Artikel) erfolgt über einfaches Drag & Drop des Assets zu den Daten. Über den selben Weg erfolgt auch jede andere Beziehung. So kann erstmal für jedes Objekt ein eigenes Datenmodell aufgesetzt werden. Jedes Datenobjekt (Assets, Lieferanten, Kunden, Artikel, etc.) kann so übergreifend jedem anderen Objekt zugeordnet werden.  

Pimcore als Open Source PIM-System liefert standardmäßig so für alle Fälle eine Lösung, um komplexe Datenstrukturen und Produkthierarchien abzubilden. 

Sie sind daran interessiert, wie die Lösung bei Ihnen zum Erfolg im Datenmanagement beitragen kann? Dann melden Sie sich gerne bei uns!