erklärt shopware nexipedia

Was ist Shopware?

Shopware ist ein Online-Shopsystem bzw. eCommerce-System, das seit 2004 angeboten wird. Es wird von der shopware AG mit Sitz in Schöppingen entwickelt und vertrieben. Es kann branchenübergreifend unter anderem im B2C-/B2B-Kontext eingesetzt werden und bietet verschiedene Service-Pakete sowie modulare Features für verschiedene individuelle Anforderungen.

Zum Leistungsportfolio zählt beispielsweise die „Shopware B2B Suite“, die diverse Geschäftsprozesse und das Datenmanagement von B2B-Unternehmen durch Automatisierungsprozesse und weitere Optimierungsoptionen erleichtert.

 

Wie kann Shopware technisch genutzt werden?

Shopware 6 wurde im Januar 2020 veröffentlicht und kann in Form von drei Bereitstellungsmodellen genutzt werden:

  1. Shopware als „Software as a service“: Unternehmen nutzen die Software als Online-Dienst ohne eine nötige lokale Installation. Diese SaaS-Lösung ermöglicht unter anderem automatische Updates und bietet Nutzern flexible Skalierungsoptionen, etwa durch das Hinzufügen oder Entfernen von Benutzern, das Erweitern von Speicherplatz oder die Anpassung und Ergänzung weiterer Funktionen sowie Module.

 

  1. Shopware als „Platform as a service“: Das Shopsystem wird über eine cloudbasierte Plattform zur Verfügung gestellt. Die PaaS-Version enthält neben allen Features der SaaS-Lösung unter anderem auch Möglichkeiten zur Erhebung der eigenen Performance. Achtung: Hier übernimmt Shopware lediglich die Verwaltung und Wartung der Infrastruktur und des Hostings. Software-Updates müssen entsprechend vom User selbst durchgeführt werden. Nutzer haben zudem einen direkten Zugriff auf den Shopware-Code.

 

  1. Shopware als „self-hosted“-Variante: Unternehmen können das Shopsystem zudem auf dem eigenen Server oder über Hostinganbieter hosten. Die Option bedingt gewisse IT-Kenntnisse, bietet jedoch gleichzeitig viele potenzielle Individualisierungsoptionen für die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens. Auch die lokale Speicherung von Daten ist möglich.

 

Wie können Produktdaten in Shopware importiert und exportiert werden?

Unternehmen arbeiten mit sich stetig ändernden Produktdaten (neue / veränderte Produktdaten, Preise, Bestände, Beschreibungen etc.). Um auf diese volatilen Informationen und Anforderungen rechtzeitig reagieren zu können und möglichen Problemen (Anzeige von eigentlich ausverkauften Produkten, fehlerhafte Informationen in der Beschreibung, …) vorzubeugen, ist ein elektronischer, schneller und automatischer Datenaustausch essenziell. Die API Admin-Schnittstelle von Shopware 6 ermöglicht solch eine schnelle und automatisierte Datenübertragung für ein optimales Data-Onboarding (Datenimport).

SaaS-Lösungen wie CatalogExpress bieten als Middleware eine direkte Schnittstelle zu Ihrem Shopware 6-Shop. Dieses Tool ermöglicht Ihnen unter anderem die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellsystemen wie PIM/ERP und unterschiedlichen Datenquellen (u.a. CSV, XML, EXCEL), sowie die Datenbereitstellung an Ihren Shopware-Shop oder andere Datenempfänger (PIM-Systeme, Branchenportale und mehr). Auch zu branchenübergreifend verwendeten PIM-Systemen wie Akeneo, ContentservOMN, Pimcore und Viamedici bietet CatalogExpress Standardschnittstellen für einen automatisierten Datenaustausch.

 

Welche Rolle spielt Shopware im Produktdatenmanagement?

Shopware ist ein relevantes und vielseitig eingesetztes System, welches verschiedene Bereiche des Produktdatenmanagements abdeckt. Es ist in erster Linie als Shopsystem bekannt, kann allerdings auch als CRM (Customer Relationship Management) oder CMS (Content Management System) verwendet werden. Die Shopware-Nutzung als CMS kann beispielsweise auch bei der Planung eines neuen bzw. ersten Shops hilfreich sein. Manche Unternehmen verfolgen in diesem Kontext das Ziel, dass die bestehende Website abgelöst und ein neuer Onlineshop über Shopware aufgebaut wird.

Durch den API-first-Ansatz kann das Shopsystem außerdem an PIM-Systeme und andere externe Dienste angebunden werden. Es ist allgemein möglich, Produktdaten, Filterkriterien, SEO-Texte, Bilder, Videos und weiteren Content im Shopsystem selbst zu pflegen. Ein PIM-System (z. B. Pimcore) wird häufig eingesetzt, wenn sich die Datenanzahl (z. B. durch Sprachvarianten, Artikelvarianten und kundenindividuelle SEO-Texte) erhöht. Shopware bietet zudem eine Schnittstelle zu ERP-Systemen. ERP-Systeme werden in erster Linie für die elektronische Steuerung von Geschäftsprozessen eingesetzt, was auch Beschaffungsmanagement, Bestandsinformationen und Bestelldaten umfasst. Allerdings können sie auch zur Verwaltung von Produktdaten verwendet werden, insbesondere wenn sie nahtlos mit anderen Systemen wie E-Commerce-Plattformen integriert sind. Die Schnittstelle von Shopware zu ERP-Systemen ermöglicht genau diese Integration, was die Verwaltung von Produktdaten erleichtert.

 

Wie kann eine Shopware-Instanz individualisiert werden?

Shopware ermöglicht je nach Bereitstellungsmodell eigene Programmierungsoptionen und das Einbinden verschiedener Erweiterungen. Diese Erweiterungen werden im eigenen „Shopware-Store“ angeboten. Zu den diversen Kategorien des Stores gehören unter anderem:

  • Schnittstellen & Middleware,
  • PIM,
  • DAM,
  • Migrations-Tools,
  • Bezahlung (Tools für die Verwaltung von Zahlungsarten etc.),
  • Versand (individuelle Versandlösungen etc.),
  • Themes (zur eigenen visuellen Gestaltung Ihres Onlineshops),
  • SEO-Optimierung (Optionen zur Erhöhung der Sichtbarkeit in Suchmaschinen),
  • Sale (preisreduzierte Erweiterungsangebote),
  • Neue Erweiterungen.

 

Welche Neuerungen gibt es in Shopware 6.6?

Die 2024 veröffentlichte Shopware-Version 6.6 bietet viele neue Funktionen, um aktuellen und künftigen Anforderungen an flexible und dynamische Onlineshops gerecht zu werden.

Hier sind fünf Schlüsselfunktionen ausgewählt und detaillierter beschrieben, die besonders für B2B-Unternehmen von großer Bedeutung sind:

 

  • Optimierung der SEO-Funktionen: Version 6.6 bietet erweiterte SEO-Tools, die es B2B-Unternehmen ermöglichen, ihre Produkte und Dienstleistungen besser in Suchmaschinen zu platzieren. Diese Funktionen umfassen verbesserte Schema-Markup-Optionen, optimierte URL-Strukturen und erweiterte Sitemap-Generierung. Durch die verbesserte Sichtbarkeit in Suchmaschinen können B2B-Shops effektiver potenzielle Geschäftskunden erreichen.

 

  • Erhöhung der Indexierungsleistung für multilinguale Onlineshops: Für B2B-Unternehmen, die auf internationalen Märkten tätig sind, verbessert die gesteigerte Indexierungsleistung die Auffindbarkeit ihrer mehrsprachigen Inhalte. Dies sorgt für eine schnellere und genauere Indexierung durch Suchmaschinen, was wiederum die lokale Suchmaschinenoptimierung stärkt und die Reichweite in verschiedenen geografischen Regionen erhöht.

 

  • Mehr individuelle Konfigurationsoptionen: Diese Funktion erlaubt es B2B-Unternehmen, ihre Onlineshops an spezifische Geschäftsbedürfnisse anzupassen. Dazu zählen kundenspezifische Preisgestaltungen, individuelle Produktkonfiguratoren und erweiterte Bestellprozesse, die insbesondere für B2B-Geschäftsmodelle wichtig sind, wo maßgeschneiderte Lösungen oft eine entscheidende Rolle spielen.

 

  • Optimierte API-Anbindungen: Die verbesserten APIs in Version 6.6 ermöglichen eine nahtlose Integration mit ERP-Systemen, CRM-Software und anderen externen Management-Tools, die für B2B-Unternehmen zentral sind. Diese Integrationen helfen dabei, Prozesse zu automatisieren, Daten synchron zu halten und die Betriebseffizienz zu steigern.

 

Erweiterte Sicherheitsfeatures: Da B2B-Transaktionen oft sensible Geschäftsinformationen umfassen, bietet Shopware 6.6 verstärkte Sicherheitsmaßnahmen, um den Datenschutz und die Sicherheit der Transaktionen zu gewährleisten. Dies schließt verbesserte Verschlüsselungsmethoden, sichere Authentifizierungsprotokolle und regelmäßige Sicherheitsupdates ein, um den Schutz von Kunden- und Unternehmensdaten zu garantieren.

Vor einem Versionsumstieg ist die Erstellung eines Backups ratsam. Informationen dazu, zur aktuellen Roadmap und geplanten Features sind auf der offiziellen Shopware-Website zu finden.

 

Was sind die größten Vorteile von Shopware?

Neben den bereits erwähnten Funktionen profitieren Nutzer auch von weiteren allgemeinen Vorteilen. Hier sind die größten Benefits in der Übersicht:

  • Shop-System „made in Germany“: Shopware wird in Deutschland entwickelt. Auch der Support, das UI und die Informationen zu Neuerungen sind entsprechend deutschsprachig verfügbar.

 

  • Keine Programmierkenntnisse erforderlich: Die grundlegende Shopware-Einrichtung und Bedienung erfordern keine tiefergehenden IT-Kenntnisse. Gleichzeitig ermöglichen bestimmte Leistungspakete und Bereitstellungsoptionen eigene Programmierungen innerhalb der Shopware-Struktur.

 

  • API-First-Ansatz: Das Shopsystem ermöglicht unter anderem durch seine API-Admin-Schnittstelle einen automatisierten Datenaustausch mit externen Systemen (PIM/DAM/ERP), etwa durch Middleware-Lösungen wie CatalogExpress.

 

  • Headless Commerce / Best of Breed-Ansatz: Headless Commerce bedeutet die Trennung von Frontend und Backend, während der Best-of-Breed-Ansatz die Integration der besten verfügbaren Lösungen für spezifische Funktionen ermöglicht. Die modulare Shopware-Struktur ermöglicht Usern eine individuelle Zusammenstellung und kombinierte Nutzung verschiedener Funktionen, Erweiterungen und API-Anbindungen an externe Systeme (PIM/ERP etc), was zu reibungslosen Geschäftsprozessen und einer erhöhten Produktivität beiträgt. Beispielsweise kann das Backend von Shopware mit einem eigenen maßgeschneiderten Frontend verbunden werden, das unabhängig von der Shopware-Oberfläche betrieben wird. Übrigens: Der Shopware-Store bietet derzeit über 3000 Erweiterungen für Ihre individuellen Bedürfnisse und ermöglicht so eine Optimierung Ihrer Shopware-Instanz.

 

  • Mehrere Bereitstellungsmodelle: Wie zuvor erwähnt können Nutzer Shopware in Form verschiedener Bereitstellungsmodelle einsetzen. Neben der cloud-basierten SaaS-Lösung kann Shopware auch als PaaS-Modell und self-hosted eingesetzt werden.

 

  • Mehr Flexibilität und Skalierbarkeit: Shopware-Anwendern können die Sichtbarkeit ihres Unternehmens durch die Kombination verschiedener Funktionen erhöhen: Die Mehrsprachigkeit von Artikeldaten sowie die Verwaltung mehrerer Shops / Storefronts ermöglicht eine hohe Skalierbarkeit und die Etablierung weiterer Touchpoints. Es ist auch möglich, mehrere Vertriebskanäle innerhalb des Shopsystems zu kombinieren, etwa einen B2B-Shop um D2C-Funktionen zu ergänzen: Zum Beispiel könnten B2B-Kunden spezielle Angebote über Mengenrabatte erhalten, während D2C-Kunden durch saisonale Verkaufsaktionen oder Treueprogramme angesprochen werden. Im B2B-Bereich könnten dynamische Preisstrukturen eingerichtet werden, die auf der Menge der bestellten Produkte oder dem Kundenstatus basieren. D2C-Kunden könnten hingegen feste Preise erhalten, wie sie im regulären Einzelhandel üblich sind.

 

  • Vordefinierte Funktionen: Shopware bietet eine Reihe vordefinierter Funktionen, die speziell darauf ausgelegt sind, die Erstellung und Verwaltung von Online-Shops zu optimieren: Beispielsweise verfügt es über ein integriertes Content Management System (CMS), das es ermöglicht, Inhalte effizient zu verwalten und zu aktualisieren. Shopbetreiber können mit dem “Shopping Experiences” Tool attraktive und interaktive Einkaufswelten erstellen, die auf verschiedenen Geräten gleich gut funktionieren. Zusätzlich unterstützt das System komplexe Pricing-Strukturen und Rabattregelungen, die insbesondere für B2B-Kunden von Bedeutung sind.

 

  • Fortlaufende Aktualisierungen: Das Shopsystem wird regelmäßig aktualisiert und weiterentwickelt, sodass der Onlineshop stets sicher und technisch aktuell gehalten wird. Dies trägt zu kurzen Ladezeiten bei, welche sich positiv auf Suchmaschinenrankings auswirken können. Außerdem helfen diverse fortlaufend erfasste Leistungs- und Betriebsmetriken dabei, die Leistung und Benutzerfreundlichkeit des eigenen Shops zu optimieren – was letztlich auch zu einer hohen Kundenzufriedenheit beiträgt.

 

Möchten Sie Produktdaten oder Bestelldaten zwischen verschiedenen Systemen (z.B. ERP bzw. PIM) und Ihrem Shopware-Shop austauschen? Die Middleware CatalogExpress ermöglicht diese und weitere nützliche Funktionen (Formatkonvertierungen, Automatisierungen etc.). Lassen Sie sich gerne unverbindlich von uns beraten.

Wer hat‘s geschrieben?
Jan Müller
jan.mueller@nexoma.de

Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.