30 Juni Was ist PDM (Produktdatenmanagement)?
Produktdatenmanagement (kurz „PDM“, engl.: „Product Data Management“) beschreibt die zentrale Organisation, Verwaltung und Verteilung aller wichtigen Produktdaten über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Der Begriff umfasst daher sowohl
- die Erfassung neuer Produktdaten während der Entwicklung als auch
- die Verwaltung und Aktualisierung bestehender Daten.
Das PDM hilft Unternehmen, Produktdaten wie Maße, Gewicht, technische Spezifikationen, CAD-Daten, Gefahrgutinformationen, Fertigungsanweisungen und Logistikdetails erfolgreich zu verwalten.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenWarum ist das Produktdatenmanagement für Unternehmen wichtig?
Im heutigen eBusiness spielt das Produktdatenmanagement (PDM) eine zentrale Rolle für eine erfolgreiche Verwaltung und Nutzung von Produktinformationen. Unternehmen klären damit wichtige Fragen zu ihren Daten:
- Sind alle Produktdaten vollständig und aktuell?
- Welche Version eines Produkts ist freigegeben? Müssen Anpassungen vorgenommen werden?
- Wer hat zuletzt Änderungen an den Daten vorgenommen?
Außerdem verhindert ein zentrales Produktdatenmanagement Datensilos – also Situationen, in denen wichtige Informationen getrennt in verschiedenen Abteilungen oder Systemen liegen. Die Folge: Teams greifen nicht auf dieselben Daten zu, Inhalte müssen mehrfach gepflegt werden oder widersprechen sich sogar. Ein leistungsfähiges PDM schafft hier Ordnung. Es stellt eine gemeinsame, verlässliche Datenbasis bereit – den Single Point of Truth. So arbeiten alle mit denselben, aktuellen Informationen, Abstimmungen werden einfacher und Fehler durch veraltete oder doppelte Daten verschwinden.
Zum Produktdatenmanagement gehört nicht nur die interne Datenpflege, sondern auch der Umgang mit externen Informationen sowie deren Weitergabe an externe Empfänger. Externe Daten sind zum Beispiel Produktinformationen, die Händler oder Hersteller von Lieferanten erhalten. Diese müssen häufig aufbereitet und in interne Systeme wie PIM oder ERP übernommen werden – das ist das sogenannte Data-Onboarding.
Gleichzeitig werden die Daten auch außerhalb des eigenen Unternehmens benötigt, etwa für Marktplätze oder Plattformen. Dieser Teil des Prozesses wird als Data-Syndication bezeichnet.
PDM ist also ein übergreifendes Konzept, das verschiedene Aspekte des Datenmanagemenets beinhaltet. Es umfasst die gesamte Datenverwaltung von der Entwicklung eines Produkts bis hin zu seiner Markteinführung. Dabei spielt neben der internen Datenpflege auch die Verwaltung und Anpassung von Daten für externe Datenempfänger eine wichtige Rolle.
Wie ermöglichen Data-Onboarding und Data-Syndication ein effizientes Produktdatenmanagement?
Das Data-Onboarding steht häufig am Anfang der gesamten Produktdatenmanagement-Kette – vor allem, wenn mit Lieferanten oder Zulieferern gearbeitet wird. Warum das so ist, zeigt ein einfaches Beispiel: Ein Händler für Staubsauger braucht für den Verkauf auf Amazon, Mercateo Unite oder eBay verlässliche Produktdaten. Käufer erwarten Informationen wie Bilder, Akkulaufzeit oder Saugleistung. Fehlen diese Angaben oder sind sie schlecht gepflegt, sinken die Chancen, dass das Produkt gekauft oder überhaupt in der Suche der Plattform oder bei Google angezeigt wird.
Der Punkt ist: Eine saubere Datenbasis von Anfang an ist entscheidend – und genau hier setzt das Data-Onboarding an. Externe Lieferantendaten müssen in interne Systeme wie ERP, PIM oder MDM integriert werden.
Die Herausforderung: Jeder Lieferant liefert seine Daten anders. Unterschiede zeigen sich in den Formaten (Excel, XML, JSON, CSV), im strukturellen Aufbau (z. B. verschiedene Spalten in Excel) und in der Datenqualität. Manche liefern nur Artikelnummer, Kurz- und Langtext plus ein Bild, andere übergeben sehr detaillierte Produktdaten.
Genau deshalb lohnt sich eine strukturierte Onboarding-Lösung, wie das Supplier-Portal. Dort lassen sich klare Vorgaben für Format und Qualität der Daten definieren. Das Portal prüft die Daten automatisiert und überträgt nur geprüfte Inhalte in die internen Systeme.
Damit wird das typische „Shit-in – Shit-out“-Problem im Produktdatenmanagement vermieden. Schlechte Daten, die ungeprüft ins System gelangen, landen auch ungefiltert bei allen Datenempfängern – und das kann teuer werden. Eine mangelhafte Datenbasis sorgt dafür, dass Händler, Großhändler oder Marktplätze Produkte nicht listen, schlecht ranken oder Kundinnen und Kunden schlicht nicht finden. Für das eBusiness bedeutet das: weniger Sichtbarkeit, weniger Umsatz.
Umgekehrt macht eine gute Datenbasis die Data-Syndication deutlich einfacher. Denn wenn alle relevanten Informationen bereits vollständig vorliegen, können sie ohne großen Zusatzaufwand für externe Anforderungen aufbereitet werden – etwa für Marktplätze, Großhändler, Kunden, eProcurement-Plattformen oder für Standards wie BMEcat, FAB-DIS, ETIM xChange oder BMDG. Fehlt diese Basis, muss mühsam nachgepflegt werden, was den gesamten Prozess verzögert.
Kurz gesagt: Data-Onboarding und Data-Syndication sind zwei zentrale Bausteine für ein erfolgreiches Produktdatenmanagement. Entsprechende Softwarelösungen helfen, beide Prozesse zu automatisieren und effizienter zu gestalten – und schaffen damit die Grundlage für saubere Daten, reibungslose Abläufe und ein starkes eBusiness.
Welche PDM-Softwarelösungen und -Systeme gibt es?
Die beiden oben genannten Aspekte des PDM deuten bereits an, dass es im Rahmen des Produktdatenmanagements verschiedene Verwendungszwecke für Daten geben kann. Unternehmen nutzen für ihr Produktdatenmanagement daher meist unterschiedliche Softwarelösungen. Jede Software ist meist auf eine spezifische Möglichkeit zur Datenverwaltung spezialisiert. Schnittstellen ermöglichen gleichzeitig den Austausch dieser Daten zwischen diesen Systemen.
Ein Staubsauger-Händler nutzt für gewöhnlich zum Beispiel auch diese sich gegenseitig ergänzen Produktdatenmanagement-Systeme:
- ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) dienen der Verwaltung von Preisen, Lagerbeständen und Bestellinformationen. Unternehmen setzen sie häufig bereits in der frühen Entwicklungs- und Produktionsphase ein. Der Staubsauger-Händler könnte hier aber auch grundlegende Produktinformationen wie Artikelnummern und Materialbeschreibungen hinterlegen. Einkaufs- und Produktionsabteilungen nutzen diese Daten wiederum, um Kosten zu senken und den Produktionsprozess effizient zu gestalten.
- Unter anderem spielen auch PIM-Systeme eine wichtige Rolle. Sie verwalten zentrale Produktinformationen wie technische Daten, Beschreibungen und Spezifikationen. Marketing- und Vertriebsteams greifen auf PIM-Systeme zu, um diese Daten auf verschiedenen Vertriebskanälen, wie Online-Shops und Katalogen, bereitzustellen.
- In DAM-Systemen speichern und verwalten Unternehmen Medien wie Bilder und Videos des Staubsaugers. Diese Systeme sind besonders wichtig für die Marketingabteilung, um visuelle Inhalte für Kampagnen und Plattformen bereitzustellen.
- MDM-Systeme sorgen hingegen dafür, dass alle Stammdaten übergreifend konsistent bleiben und in den verschiedenen Systemen wie ERP, PIM oder DAM zentral verwaltet werden. Sie ermöglichen eine ganzheitliche Verwaltung und Synchronisation der Stammdaten – etwa bezogen auf den Staubsauger – über alle Systeme hinweg.
In der Praxis haben Unternehmen nicht nur ein System, sondern mehrere im Einsatz, z.B. werden Preisdaten im ERP und Produktdaten im PIM gepflegt. Das bedeutet in der Data-Syndication die Zusammenführung von verschiedenen Datenquellen, z.B. mithilfe einer entsprechenden Softwarelösung (z.B. CatalogExpress).
Welche Vorteile bietet das Produktdatenmanagement für Unternehmen?
Diese verschiedenen Teilaspekte des Produktdatenmanagements ermöglichen Unternehmen nicht nur eine flexible Datenverwaltung, sondern auch zahlreiche Vorteile. Unabhängig von spezifischen eingesetzten Softwarelösungen profitieren Unternehmen allgemein davon, ihr PDM strukturiert und strategisch durchzuführen. Dazu gehört die Wahl der jeweiligen Systeme – aber auch das Verständnis dafür, was bei der Verwendung dieser Softwarelösungen zu beachten ist. Zu den drei größten Vorteilen des PDM gehören
Zentraler Zugang zu aktuellen Produktdaten
- Ein PIM-System kann als zentrale Stelle für alle Produktdaten dienen.
- Es schafft einen „Single Point of Truth“: alle Daten liegen an einem Ort und sind jederzeit aktuell.
Effizienzsteigerung im Arbeitsalltag:
- Keine Suche mehr in unterschiedlichen Excel-Dateien oder Versionen.
- Zugriff auf eine zentrale, verlässliche Datenquelle spart Zeit und reduziert Fehler.
- Automatisierte Datenprüfungen verhindern Dubletten und fehlerhafte Einträge – sowohl in der Datenpflege in Produktion oder Vertrieb.
Schnellere Time-to-Market
- Produktinformationen lassen sich zentral schneller anreichern und aktualisieren.
- Einheitliche Datenbasis ermöglicht eine zügige Ausspielung in alle relevanten Kanäle.
- Dadurch gelangen Produkte schneller in den Verkauf.
Welche Herausforderungen birgt das PDM für Unternehmen?
Neben den Vorteilen des Produktdatenmanagements sollten sich Unternehmen aber auch mit möglichen Herausforderungen im Kontext des PDM auseinandersetzen. Für nahezu jedes Problem gibt es aber passende Lösungen. Unter anderem könnten zum Beispiel diese Problemstellungen auftreten:
- Integration mit bestehenden IT-Systemen:
Damit alles reibungslos funktioniert, müssen Systeme wie ERP, PIM und CAD miteinander verbunden sein. Standardisierte Schnittstellen wie APIs können hier helfen.
- Unterschiedliche Datenanforderungen:
Es müssen verschiedene Datenformate oder Datenstandards bedient werden. Jede Plattform, jeder Kunde, jeder Großhändler hat andere Anforderungen. Die Produktdaten müssen also umfangreich aufbereitet werden. Data-Syndication Lösungen helfen dabei diese Datenanforderungen schnell und einfach zu bewerkstelligen.
- Datenqualität:
Unvollständige, veraltete oder inkonsistente Produktdaten wirken sich direkt auf Vertrieb, Kundenzufriedenheit und Sichtbarkeit aus. Deshalb ist es wichtig, sowohl interne Mitarbeitende als auch Lieferanten für die Bedeutung gut gepflegter Produktdaten zu sensibilisieren.
Nur wenn alle Beteiligten Verantwortung für die Datenqualität übernehmen, kann ein PDM-Prozess langfristig erfolgreich sein. Bei der Datenpflege helfen Data-Governance-Richtlinien. In denen steht klar drin, wie und welche Daten gepflegt werden müssen. Beim Onboarding von Lieferantendaten unterstützen Data-Onboarding-Lösungen.
- Benutzerakzeptanz und Schulung:
Die Einführung neuer Systeme und Produktdatenmanagement-Workflows kann mitunter auf Widerstand bei Mitarbeitern stoßen. Beispielsweise könnt es sein, dass Mitarbeiter die neuen Systeme und ihre manchmal umfangreichen Funktionen zuerst nicht verstehen oder sich schwertun, sie in bestehende oder neue Arbeitsprozesse zu integrieren. Hier können frühzeitige Schulungen und praxisorientierte Workshops Abhilfe schaffen. So können Unternehmen die neuen Anwender rechtzeitig mit den neuen Funktionen vertraut machen. Solche Maßnahmen erleichtern die Akzeptanz der neuen Systeme, sodass sie zeitnah und effizient in tägliche Workflows integriert werden können.
Sie haben Fragen zum Thema Produktdatenmanagement oder den erwähnten Softwarelösungen Supplier-Portal sowie CatalogExpress? Buchen Sie jetzt ein unverbindliches Beratungsgespräch.