GS1

GS1 – “Global Standards 1”

GS1 steht für „Global Standards 1” und umfasst mittlerweile ein weltweites Netzwerk von Not-for-Profit-Organisationen. Die ursprüngliche Gründung geht zurück in die 1970er-Jahre, wo mit der Einführung des ersten Strichcodes in Nordamerika die Uniform Code Council (UCC) gegründet wurde. Im Zuge haben 12 europäische Länder die Organisation EAN-International Ländern gegründet. Schon damals war GS1 eines der Gründungsmitglieder. 2005 wurden dann UCC und EAN komplett zu GS1 umfirmiert, dass sich von dort an der Weiterentwicklung globaler Identifizierungsstandards widmete.  

Obwohl die Einführung des Strichcodes ursprünglich für Produkte des Einzelhandels gedacht war, befasst sich GS1 heute mit der Optimierung globaler Supply Chain Management Prozesse in unterschiedlichsten Branchen. Auch spezifische Märkte, wie z. B. die Fleischindustrie, Fashion oder auch die Technische Industrie bedienen den Standard. So nutzen mittlerweile mehr als 2 Millionen Unternehmen (Stand: 2021) die Standards von GS1, um Produkte, Versandeinheiten und weitere Objekte eindeutig identifizieren zu können. 

Die Grundlage für eine eindeutige Identifikation von Waren und Artikeln liefern die GS1-Klassifikationen „SWK” (Warenklassifikation) und „GPC” (Produktklassifikation). Sie ermöglichen einen standardisierten Austausch der Daten in elektronischen Wegen (z. B. eCommerce). Die Standard-Warenklassifikation (SWK) ist dabei speziell für den deutschen Markt entwickelt worden und wird schrittweise vom international verstandenen Global Product Classification (GPC) abgelöst.  

Innerhalb der genannten Klassifikationen wird eine eindeutige Identifikation unter anderem durch überschneidungsfreie Identifikationsnummern wie der GTIN, GLN, SSCC und der GRAI ausgegeben. Sie haben folgende Einsatzbereiche: 

  • GTIN (Global Trade Item Number; ehemals EAN; 8 oder 13 Ziffern): Artikelidentifikation 
  • GLN (Globale Lokationsnummer; 13 Ziffern): Standortidentifikation 
  • SSCC (Serial Shipping Container Code; 18 Ziffern): Transporteinheitenidentifikation 
  • GRAI (Global Returnable Asset Identifier): Identifikation der Mehrwert-Transportverpackungen (MTV) 

Um diese Identifikationsnummern darstellen zu können, werden Strichcodes als Datenträger genutzt. 

Welche Vorteile ergeben sich aus dem GS1-Standard?  

  • Eindeutige Identifikation von Waren und Dienstleistungen 
  • Effizienter und sicherer Austausch von Informationen 
  • Sowohl branchenübergreifend als auch weltweit einsetzbar 
  • Leichte Rückverfolgung der Produkte entlang der gesamten Supply Chain 

Auch im komplexen Bereich des Stammdatenmanagements bietet GS1 interessante Lösungen. So wurde mit GDSN ein eigenes Netzwerk entwickelt, auf dem Händler und Hersteller ihre Produktdaten austauschen können. Bei der passgenauen Aufbereitung der Daten für dieses Netzwerk hilft dann die GS1 Tochterfirma “atrify”(bis 2019 1WorldSync GmbH). Die cloudbasierte Plattform sorgt dafür, dass die Daten den Regularien entsprechend an Handelspartner und Zielmärkte weitergegeben werden. 

Wer hat‘s geschrieben?
Julia Hägele
julia.haegele@nexoma.de

Julia ist seit März 2022 dabei und damit noch relativ frisch in unserem Marketingteam. Als Bachelor of Arts im Dienstleistungsmarketing versorgt Julia euch u. a. mit Inhalten zu Marketingthemen, Success-Storys und zur NEXIpedia.