FAB-DIS ist ein Datenstandard, der häufig von französischen Großhändlern und Akteuren der Baubranche angefordert wird. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu diesem Standard ganz einfach und verständlich.

FAB-DIS ist der führende französische Datenstandard für den Austausch von Produktinformationen zwischen Herstellern und dem Handel im Bau- und Industriesektor. Technisch wird der Standard als strukturierte Excel-Datei (.XLSX) ausgegeben, die aus verschiedenen obligatorischen und optionalen Tabellenblättern (Blöcken) besteht. Seine Hauptfunktion ist der einheitliche Datenaustausch, bei dem kaufmännische Daten, Logistikinfos und Medien sowie Klassifikationen wie ETIM präzise übermittelt werden. Für euch ist die Relevanz besonders hoch, wenn ihr auf dem französischen Markt expandiert, wobei eine zentrale Datenpflege in einem PIM-System und die Nutzung von Data-Syndication-Software die manuelle, fehleranfällige Aufbereitung der komplexen Spaltenstrukturen ersetzen sollte.
FAB-DIS ist der in Frankreich führende Datenstandard für Produktdaten
zwischen Herstellern (franz.: fabricants; kurz: FAB) von Bauprodukten und Großhändlern/Händlern (franz.: distributeurs; kurz: DIS).
Das französische Unternehmen FAB-DIS SAS führte den Standard 2014 ein und hat ihn seitdem weiterentwickelt. Bei FAB-DIS handelt es sich primär um einen nationalen Standard in Frankreich. Er wurde speziell für Anforderungen der französischen Baubranche und Gebäudetechnik konzipiert. Allerdings verwenden auch internationale Hersteller und Händler den Standard, wenn sie zum Beispiel auf den französischen Markt expandieren möchten.
Seit FAB-DIS 3.0 ist der Datenstandard sowie der Zugang zu seiner Dokumentation kostenpflichtig.
Hinweis: Redaktionelles Update im April 2026 (Fachlicher Stand: Dezember 2025)
Der Datenstandard FAB-DIS 3.0 wird als eine Excel-Datei (.XLSX) ausgegeben.
Die Excel-Datei enthält alle diese Blöcke jeweils als einzelne Tabellenblätter. Jeder dieser Blöcke gibt andere Produktinformationen an (z. B. Hersteller, Preise, Medien). Innerhalb der Blöcke muss jeder Wert zwecks Standardisierung in einem bestimmten Format (z.B. numerisch, als Text etc.) angegeben werden.

Eine FAB-DIS 3.0 XLSX-Datei enthält alle Blöcke als einzelne Tabellenblätter.
Wichtig: Die Spalten- und Feldnamen in allen Blöcken sind auf Französisch angegeben. Als Nutzer des Formats könnt ihr die eigentlichen Daten (wie zum Beispiel Produktbeschreibungen) jedoch in mehreren Sprachen (darunter Englisch) hinterlegen.
Um die Standardisierung des Formats zu gewährleisten, gelten zudem strikte Regeln wie unter anderem:
• Als Anwender dürft ihr die Reihenfolge der Blöcke nicht verändern.
• Das Hinzufügen, Entfernen oder Verbergen von Spalten ist nicht erlaubt.
FAB-DIS besteht aus den 12 Blöcken: Cartouche, Commerce, Logistique, Media und Reglementaire, Extension, Correspondance, Variante, ETIM, Arret, Substitution und Pyramide.
Diese werden eingeteilt in:
Bedingt bedeutet, dass Blöcke nur befüllt werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Werden beispielsweise keine Varianten eines Produkts angeboten, bleibt der entsprechende Block dafür leer.
Wichtig: Je nach Kontext müsst ihr als Anwender womöglich auch rein optionale Blöcke ausfüllen.
Hier ein Beispiel:
Innerhalb der Blöcke gibt es natürlich verschiedene Informationen, die in den Spalten gepflegt werden können bzw. müssen. Diese werden ebenfalls in obligatorisch, bedingt oder optional eingeteilt. Welche Informationen, wie gefordert werden, wird jeweils in den entsprechenden offiziellen FAB-DIS-Dokumentationen und Wertetabellen definiert.
Zum Beispiel sind Angaben in der Spalte „STACK“ im Block B02_LOGISTIQUE nur erforderlich, wenn ein Artikel auch stapelbar ist. Ist dies nicht der Fall, bleibt die Zeilen unter der Spalte einfach leer. Anders gesagt: Diese Spalte ist bedingt (conditionnel).
Die Spalte „LIBELLE240“ im Block B01_COMMERCE ist optional (facultatif). Ihr könnt, müsst sie aber nicht für eine ausführlichere Artikelbeschreibung nutzen. Ein Artikel kann theoretisch auch einfach in der Kurzbeschreibungsspalte „LIBELLE40“ (wobei 40 für 40 Zeichen Länge steht) beschrieben werden.
Außerdem können Angaben in Spalten in bedingt obligatorischen (C) oder optionalen Blöcken (F) verpflichtend sein, falls der jeweilige Block genutzt wird. Ein Beispiel dafür ist die Pflicht-Spalte „ETYP“ (Zusatzinformation wie „Garantieverlängerung“) im bedingt obligatorischen Block C01_EXTENSION. Sofern der Block C01_EXTENSION also genutzt wird, muss die Spalte „ETYP“ als Pflichtspalte unbedingt ausgefüllt werden.
Dieser Block ist obligatorisch (O) und enthält Identifikationsdaten. Insgesamt können hier 22 Datenfelder gepflegt werden, wie z.B. die Pflichtfelder zum Herstellernamen.
Nehmen wir einmal an, wir wären ein fiktiver Heizungshersteller mit dem Namen ZenHeat. Dann würden wir diesen dort eintragen. Neben dem Herstellernamen gehören u.a auch die entsprechende FAB-DIS-Version und die Sprache der Datei zu den Pflichtfeldern. Außerdem müssen dort auch alle Marken gepflegt werden, die in den Blöcken Commerce und in Arret, vorhanden sind.
Der obligatorische Block B01_COMMERCE (O) ist das zentrale Element in FAB-DIS 3.0.Dieser enthält die grundlegenden Handels- und Marketingdaten aller aktiv angebotenen Artikel, Produkte und Dienstleistungen.
Dabei gibt es insgesamt 46 Datenfelder zu pflegen. Darunter die Pflichtfelder Lang- und Kurzbeschreibung sowie MARQUE, die Marke und REFCIALE, die eindeutige Referenznummer.
MARQUE und REFCIALE sind eine Art Identifikator und somit der Verbindungspunkt zwischen den verschiedenen Blöcken in FAB-DIS. Dabei gilt: alle Pärchen aus MARQUE und REFCIALE, die in den sieben Blöcken „Logistique“, „Media“, „Reglementaire“, „Extension“, „Correspondance“, „Variante“ und „ETIM“ vorkommen, sind auch in „Commerce“ enthalten.
Außerdem werden dort auch Tarifangaben und die GTIN als bedingte Felder erfasst. Das bedeutet: Tarifangaben werden nur ausgefüllt, wenn der Angebotstyp einen festen Preis vorsieht. GTINs wiederum sind immer für physische Artikel anzugeben. Wir müssten also als Hersteller von Heizkörpern zwingend eine GTIN für unsere Produkte angeben.
In diesem obligatorischen Block (O) könnt ihr als FAB DIS 3.0-Nutzer Logistikdaten, wie Größenangaben und Gewichte von Produkten sowie die Verpackungs- bzw. Paketeinheiten angeben. Produkte können dadurch effizient gelagert und transportiert werden. Dadurch sollen logistische Abläufe optimiert werden. Logistique beinhaltet im Übrigen alle Artikel aus Commerce, außer Dienstleistungen oder immaterielle Güter.
Insgesamt gibt es hier 24 Datenfelder zu pflegen. Die Logistikdaten lassen sich auf drei Verpackungsebenen beziehen. Das geschieht in FAB-DIS über das Pflichtfeld LTYP. Dort müssen wir also eine oder mehrere Verpackungsebenen für unsere Heizkörper auswählen.
Auf der Ebene ARTICLE werden die reinen Abmessungen, das Gewicht und das Volumen des unverpackten Heizkörpers erfasst. Das ist wichtig, damit unsere Kunden, einen Heizkörper auswählen, der auch in den Raum passt. Im Bereich CONDIT können wir unterschiedlichen Verpackungsarten (z. B. Schachtel, Karton oder Palette) mit ihren jeweiligen Maßen, Gewichten und Volumen eintragen, während im Bereich MULCOL Angaben zu Mehrfachverpackungen stehen.
Im Pflicht-Block B03_MEDIA (O) sind alle Medien- und Dokumentinformationen für ein Produkt enthalten. Dazu gehören
Damit die hier definierten Medien auch eindeutig den dazugehörigen Artikeln zuordbar sind, müssen hier die beiden Spalten „MARQUE“ und „REFCIALE“ aus dem Hauptblock B01_COMMERCE und die jeweiligen Marken- bzw. Artikelnummern angegeben werden.
Die Medienart wird dabei über das Pflichtfeld MTYP angegeben. Insgesamt lassen sich 31 verschiedene Medienattribute pflegen, u.a. Bilder, Videos, Technische Dokumentationen uvm. Bei unserem Heizkörper können wir, z.B. ein Bild sowie eine PDF-Installationsanleitung hinterlegen. Außerdem lassen sich die Medien auch weiter charakterisieren. So kann die Sprache oder die Reihenfolge der Medien desselben Medientyps festlegen.
Auch dieser Block ist obligatorisch (O). Hier dokumentiert ihr regulatorische Anforderungen wie etwa die Energieeffizienzklasse eines Produkts. Der Block ist also auch deshalb wichtig, da er die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicherstellt.
Zum Beispiel müssen in Frankreich der Hersteller oder Importeur Angaben zur Verfügbarkeit (oder nicht-Verfügbarkeit) von Ersatzteilen machen, die für den ordnungsgemäßen Gebrauch ihrer Produkte unverzichtbar sind.
Das bedeutet, dass sie nicht nur angeben müssen, ob solche Ersatzteile vorhanden sind, sondern auch genau den Zeitraum benennen müssen, in dem diese Teile verfügbar bleiben.
In FAB-DIS müssten wir als Heizungshersteller, also die entsprechende Angabe pflegen. Dafür würden wir im Pflichtfeld RTYPE, die Art regulatorischer Information festlegen. Wie bei Media, gibt es auch hier wieder einige vordefinierte Typen zu hinterlegen. Der Reparaturindex wird hier, z.B. über die Abkürzung „REPAR“, der CO² Fußabdruck mit „Carbfull“ oder „Carbpart“ oder für unseren Fall die Ersatzteilverfügbarkeit mit „RECHANG“ gepflegt.
Über die Datenfelder RVAL können wir die Verfügbarkeitsdauer hinterlegen und in RVU, die entsprechende Einheit mit Wochen, Monate oder Jahre.
Übrigens lassen sich in diesem Block insgesamt 17 Datenfelder pflegen.
Dieser Block ist bedingt (C). Extension ermöglicht es, zusätzliche, herstellerspezifische Daten einzubringen, die über die standardisierten Felder in B01_COMMERCE und B02_LOGISTIQUE hinausgehen.
Dafür würden wir im Pflichtfeld ETYPE, wieder die Art der Erweiterung festlegen. Hier gibt es wieder einige vordefinierte Typen, u.a. kundenspezifische Personalisierung (CUSTOMER) oder das Herstellerland (MADE IN).
Beispielsweise können wir für unseren Heizkörper als Herkunftsland Deutschland einpflegen.
Dazu geben wir MADEIN als ETYPE an und hinterlegen in ECODE1 ein entsprechender Ländercode gemäß ISO 3166‑1, (z. B. DE für Deutschland).
Mit dem ETYPE gibt es in diesem Block insgesamt 18 Datenfelder zu pflegen.
Der Block C02_CORRESPONDANCE ist in FAB-DIS 3.0 ebenfalls bedingt (C).
Dieser Block dient dazu, zusätzliche Beziehungen zwischen der Hauptproduktreferenz (MARQUE/REFCIALE) und ergänzenden Produktreferenzen herzustellen – etwa für Ersatzteile, Zubehör oder alternative Produkte. Im Pflichtfeld CORTYP wird der Typ der Zuordnung definiert, beispielsweise „SPARE“ für Ersatzteile, wodurch klar wird, welche zusätzlichen Referenzen mit der Hauptreferenz verknüpft werden sollen. Für unseren Heizkörper könnten wir diesen Block nutzen, um beispielsweise die Referenz von Ersatzteilen wie Steuerungseinheiten oder Montagematerialien zu verknüpfen.
Mit dem CTYPE gibt es in diesem Block insgesamt 10 Datenfelder zu pflegen.
Der Block C03_VARIANTE ist in FAB-DIS 3.0 bedingt (C). Er ermöglicht, Varianten oder unterschiedliche Ausführungen eines Artikels genau zu definieren und zu dokumentieren. Beispiele hierfür sind verschiedene Größen, Farben oder Materialien eines Produkts, die auf einer gemeinsamen Datenbasis (z. B. einer Artikelnummer) beruhen.
Im Pflichtfeld VCODE wird, z.B. die Gruppenkennung der Varianten festgelegt, wodurch alle zugehörigen Produktreferenzen logisch verknüpft werden. Für unseren Heizkörper könnten wir diesen Block nutzen, um unterschiedliche Größen (z. B. 60×100 cm oder 80×120 cm) oder Farben (z. B. Weiß oder Anthrazit) einer Modellreihe einheitlich zu organisieren.
Das Pflichtfeld VTYP legt fest, ob diese Merkmale frei definiert sind oder aus dem ETIM-Standard bzw. aus FAB-DIS-Blöcken kommen (z. B. COLORM für Farbe aus dem Block Extension).
Insgesamt gibt es im Block Variante 11 Merkmale zu pflegen.
ETIM ist ebenfalls ein bedingter Block (C). Dieser Block ermöglicht es, technische Produktmerkmale nach dem internationalen ETIM-Standard zu klassifizieren und eindeutig zu beschreiben.
Hier gibt es neben MARQUE und REFCIALE noch zwei Pflichtfelder zu pflegen. Einmal mit ART CLASS ID, die ETIM Klasse und ETIMV die ETIM Version. Natürlich könnt ihr dort auch ETIM-Features und ETIM-Values für eure Produkte hinterlegen. Insgesamt werden dort dann 6 Datenfelder gepflegt.
In FAB-DIS 3.0 ist der Block C05_ARRET bedingt (C). Er bewirkt, Artikel zu dokumentieren, die aus dem Verkauf genommen oder „gestoppt“ wurden, sowie deren Stoppgründe und alternative Ersatzartikel.
Das Pflichtfeld ATYP beschreibt den Grund, die Art und die Konsequenzen des Verkaufsstopps eines Produkts, einschließlich möglicher Ersatzlösungen oder weiterführender Maßnahmen. Der ATYP „REGRECHANG“ gib z.B. an, wie lange Ersatzteile für ein Produkt nach dessen Verkaufsstopp verfügbar bleiben müssen. Im Datenfeld AVAL wird dann die genaue Dauer hinterlegt, während AVU die Einheit angibt (z. B. Wochen, Monate oder Jahre). Für unseren Heizkörper könnten wir diesen Block nutzen, um festzulegen, dass Ersatzteile noch 10 Jahre nach Produktionsende erhältlich sind.
Insgesamt können in Arret (Arreh), 12 Datenfelder gepflegt werden.
Der bedingte Block C06_SUBSTITUTION (C) dient dazu, Informationen zu Substitutionen oder Ersatzartikeln zu dokumentieren. Wenn ein Artikel durch einen anderen ersetzt wird (z. B. bei Produktverfügbarkeiten oder Modelländerungen), werden die relevanten Daten zu diesem Ersatzartikel also in diesem Block erfasst.
Im Pflichtfeld STYP wird beispielsweise festgelegt, welche Art der Substitution vorliegt. Hier können drei Werte hinterlegt werden:
Die alte Referenz, also das Auslaufprodukt wird über das Feld REFOLD und die neue Referenz über REFCIALESUB angegeben. Insgesamt lassen sich im Block Substitution, 10 Datenfelder pflegen.
Der Block F01_PYRAMIDE ist in FAB-DIS 3.0 optional (F). Er ermöglicht es, eine hierarchische Struktur von Produkten abzubilden, indem er Artikel einer Produktfamilie oder Serie miteinander verknüpft. Für unseren Heizkörper könnte dieser Block genutzt werden, um eine komplette Produktlinie mit unterschiedlichen Leistungsstufen (z. B. 500W, 1000W, 1500W) sowie ergänzende Services wie Installation oder Wartung in einer klaren Struktur darzustellen.
Ein zentrales Datenfeld in diesem Block ist NIV, dass die Ebene innerhalb der Pyramide festlegt. Die Struktur kann bis zu fünf Ebenen umfassen, um Produkte und Kategorien detailliert zu organisieren.
Insgesamt gibt es im Block Pyramide 6 Datenfelder zu pflegen.
Zusätzlich zu den Blöcken arbeitet der FAB-DIS-Standard auch mit mehreren Wertetabellen. Diese Tabellen geben standardisierte Codes für verschiedene Attribute, Maßeinheiten, Verpackungsarten und Materialien vor.
Ein Beispiel dafür ist die Wertetabelle „Tables Multi-attributs-blocs“ (auf Deutsch etwa „Tabellen für mehrere Attribute in Blöcken“). Sie definiert einheitliche Codes für verschiedene Attribute, die in mehreren Blöcken verwendet werden können. Diese Wertetabelle stellt also sicher, dass für viele Produktinformationen, wie zum Beispiel das Gewicht, dieselben standardisierten Definitionen genutzt werden. Zum Beispiel legt sie fest, dass eine Gewichtsangabe in Kilogramm einheitlich mit „KGM“ angegeben werden muss.
Der Datenstandard verhindert so, dass verschiedene Hersteller oder Händler unterschiedliche Bezeichnungsformen wie „30 KG“, „30 Kilogramm“ oder „30 Kilograms“ verwenden.
Die FAB-DIS Entwickler aktualisieren die Wertetabellen ebenfalls regelmäßig, um neue Attribute und Codes zu integrieren.
CNR steht für (Condision negoci e Remisee) Conditions Négociées et Remisées und ist ein optionales Format innerhalb von FAB-DIS.
Es erleichtert den Austausch von verhandelten und rabattierten Geschäftsbedingungen zwischen Herstellern und Händlern. Zudem dient CNR dazu, Preisnachlässe, Sonderkonditionen und Werbeaktionen strukturiert und digital übertragbar zu machen.
Dazu gehören Aspekte wie zum Beispiel:
Auch hier unterscheidet FAB-DIS zwischen obligatorischen, bedingten und fakultativen Feldern.
Die CNR-Daten werden in mehreren standardisierten Tabellenblättern angegeben:
Die CNR-Datei wird dabei getrennt von der regulären FAB-DIS-Datei geführt, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Dadurch muss nicht für jeden Händler eine eigene FAB-DIS-Datei erstellt werden, wenn sich individuelle Preisvereinbarungen ändern.
FAB-DIS 3.0 bietet euch im Vergleich zur Version 2.3 eine höhere Flexibilität und ermöglicht die Angabe zusätzlicher Produktinformationen. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:
Struktur und Format: FAB-DIS 3.0 bietet eine flexiblere Datenstruktur, die es ermöglicht, neue Attribute wie „Produkttextur“ im Block C01_EXTENSION hinzuzufügen, ohne die gesamte Struktur zu verändern. In FAB-DIS 2.3 mussten größere strukturelle Änderungen vorgenommen werden, um neue Attribute wie „Materialstärke“ hinzuzufügen, was die Anpassung erschwerte und zu Problemen bei der Datenintegrität führen konnte.
Erweiterte Funktionalitäten: Während FAB-DIS 2.3 hauptsächlich grundlegende Medien unterstützte, ermöglicht FAB-DIS 3.0 die Nutzung neuer Medientypen, wie zum Beispiel 360°-Fotos.
Flexibilität durch optionale Blöcke: FAB-DIS 3.0 bietet eine verbesserte Handhabung regulatorischer Anforderungen und erlaubt es Herstellern, Daten wie den CO₂-Fußabdruck oder die Energieeffizienzklasse nur dann zu dokumentieren, wenn sie für das Produkt relevant sind. Der Block C04_REGLEMENTAIRE muss also nur ausgefüllt werden, wenn Umweltdaten tatsächlich erforderlich sind. Das reduziert unnötige leere Felder und vereinfacht die Datenverwaltung. In FAB-DIS 2.3 mussten solche Blöcke immer ausgefüllt werden, auch wenn keine konkreten Informationen vorlagen, was zu weniger flexiblen und weniger effizienten Datenstrukturen führte.
Erweiterte Anpassungsmöglichkeiten: In FAB-DIS 3.0 ermöglicht der C01_EXTENSION-Block, spezifische Attribute wie Produktvarianten oder Materialien hinzuzufügen, ohne die bestehende Struktur zu verändern. Zum Beispiel kann ein Hersteller für Heizkörper verschiedene Farben (z. B. „Rot“, „Blau“, „Schwarz“) oder Materialien (z. B. „Aluminium“, „Stahl“) als Attribute hinzufügen. In Version 2.3 war das schwieriger, da neue Attribute oft in die bestehende Struktur integriert werden mussten, was die Flexibilität einschränkte und zu potenziellen Inkompatibilitäten führen konnte.
Seit der Einführung des FAB-DIS-Standards im Jahr 2014 haben sich die Anforderungen der Baubranche und Gebäudetechnik stetig weiterentwickelt. Um diese Entwicklungsprozesse auch passend im FAB-DIS-Format abbilden zu können, erscheinen immer wieder neue FAB-DIS-Versionen mit strukturellen Anpassungen.
2016 ergänzte FAB-DIS 2.0 zum Beispiel notwendige Erweiterungen zur Datenkompatibilität und zur Handhabung von mehr Produktkategorien.
2019 erschien dann FAB-DIS 2.3, was unter anderem über 80 Verbesserungen wie die Erweiterung der Medienblöcke und die neue Unterstützung von Etikettendaten wie GTIN-Codes und Barcodes mit sich brachte.
Die derzeit aktuelle Version FAB-DIS 3.0 ist seit 2023 verfügbar. Sie stellt die vergleichsweise umfassendste Weiterentwicklung dar und ist – anders als vorige Versionen – nur noch kostenpflichtig verfügbar. FAB-DIS 3.0 bringt euch zum Beispiel bedeutende Verbesserungen im Bereich der Medienintegration. Unter anderem ergänzt sie Datenfelder zu neuen Medientypen wie BIM-Objekte und Video-Tutorials. Auch die Handhabung von Multi-Verpackungen und die Einbindung von Daten zur Kreislaufwirtschaft (z.B. Recyclingfähigkeit und CO₂-Fußabdruck) ist nun möglich.
Aufgrund der vielen Neuerungen ist eine Erkundigung bei euren Händlern nach der derzeit noch genutzten Version ratsam. Gegebenenfalls kann ein zeitnaher Wechsel zu FAB-DIS 3.0 sinnvoll sein.
Die genannten Eigenschaften des FAB-DIS-Standards zeigen bereits, dass ihr von einer Vielzahl an flexiblen Möglichkeiten zur Standardisierung eurer Produktdaten profitiert. Gleichzeitig kann dieselbe Vielfalt gerade für neue Anwender aber auch herausfordernd sein. Zu den größten Vorteilen des FAB-DIS-Formats gehören unter anderem diese Aspekte:
Verkürzte Markteinführungszeiten: Durch den standardisierten Austausch von Produktdaten können Hersteller ihre Modelle schneller auf den Markt bringen. Obwohl Daten zunächst aufbereitet werden müssen, sorgt der einheitliche Austausch letztlich für eine schnellere Markteinführung, weil Händler sofort auf aktuelle Produktinformationen zugreifen können.
Kosteneinsparungen und effizientere Prozesse durch standardisierten Datenaustausch: Der FAB-DIS-Standard ermöglicht es Herstellern, Produktdaten in einem einheitlichen Format an mehrere Händler weiterzugeben. Das spart nicht nur Verwaltungskosten, sondern reduziert auch den Aufwand für Händler, da sie dieselbe Datenstruktur von allen Lieferanten erhalten.
Allerdings sollten auch die Herausforderungen des FAB-DIS-Standards nicht unerwähnt bleiben. Doch keine Sorge: Für jede potenzielle Hürde gibt es allerdings auch entsprechende Lösungsansätze. Hier ein Überblick über häufige Problemstellungen im Umgang mit dem Datenstandard:
Komplexität bei der Umstellung: Die Integration von FAB-DIS-Daten kann insbesondere bei der Anpassung bestehender Datenstrukturen komplex sein. Data-Syndication-Software und Schnittstellenlösungen helfen, den Standard zu generieren und die Daten effizient in bestehende Systeme zu integrieren.
Begrenzte internationale Akzeptanz: Obwohl FAB-DIS ursprünglich für den französischen Markt entwickelt wurde, gewinnt der Standard auch international an Bedeutung. Eine flexible Data-Syndication-Lösung ermöglicht es Herstellern, mehrere Standards gleichzeitig zu bedienen und international kompatible Formate zu nutzen, ohne zusätzliche Anpassungen vornehmen zu müssen.
Datenstandards wie FAB-DIS ermöglichen einen effizienten Datenaustausch. Damit das gelingen kann, benötigen sie möglichst genaue, aktuelle und vollständige Quelldaten. Hier kommt ein durchdachtes Produktdatenmanagement (PDM) ins Spiel.
Schon vor der Erstellung des eigentlichen FAB-DIS 3.0-Standards solltet ihr sicherstellen, dass ihr alle relevanten Produktdaten vollständig, aktuell und zentral in euren PIM-, DAM-, ERP- oder etwa MDM-Systemen pflegt. Diese Systeme dienen als „Single Point of Truth“ und verhindern verstreute Datensätze (Datensilos). Ihr solltet also allgemein eine ganzheitliche Datenbasis pflegen, die neben Basisdaten auch weitere Informationen wie den CO₂-Fußabdruck oder die Energieeffizienzklasse umfasst. Fehlerhafte oder unvollständige Daten können sonst eure Sichtbarkeit in Suchmaschinen und Marktplätzen beeinträchtigen und das Vertrauen der Kunden mindern. Die Nutzung von Schnittstellen und/oder Middleware hilft euch, Daten zwischen den verschiedenen Systemen auszutauschen.
Als Großhändler müsst ihr dafür sorgen, dass euer Data-Onboarding auf den Import von FAB-DIS-Daten in eure eigenen Systeme angepasst ist. Eine verlässliche Quelle für geprüfte FAB-DIS 3.0 Daten kann ein Lieferantenportal wie etwa das Saxo-Portal von AlliX sein. Es ermöglicht Herstellern und anderen Datenlieferanten, ihre zuvor generierten FAB-DIS-Daten über das Lieferantenportal bereitzustellen. Ein solches Lieferantenportal validiert außerdem, ob die hochgeladenen Daten tatsächlich allen Strukturvorgaben des FAB-DIS 3.0 Formats entsprechen oder angepasst werden müssen. Großhändler können daraufhin die geprüften FAB-DIS Daten direkt über das Portal in ihre eigenen Systeme importieren und für eigene Zwecke (etwa Produktlistungen auf Marktplätzen) nutzen.
Allgemein gilt: „Ein Datenstandard ist nur so gut wie seine Datenbasis“. Unvollständige, veraltete oder fehlerhafte Produktdaten solltet ihr unbedingt vermeiden. Nur dann könnt ihr hochwertige Daten an externe Datenempfänger (Data-Syndication) ausleiten. Hier hilft euch außerdem ein Blick in die offiziellen FAB-DIS-Guidelines. Das sind Richtlinien zur Datenstruktur und wie Daten im Standard exakt gepflegt werden. Beispielsweise enthalten solche Guidelines auch „Value Lists“ (Wertetabellen), welche vom Standard unterstützte Einheiten sowie ihre korrekte Nennung (etwa „KGM“ für Kilogramm) festlegen.
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Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
